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Computerfirmen buhlen um die Märkte
der Zukunft
Die Hersteller von Computerhardware Microsoft, Intel und
AMD haben kurz hintereinander ihre Projekte für die Eroberung
der Märkte in Entwicklungsländern vorgestellt und
liefern sich einen Wettbewerb um eine schnelle Einführung
der eigenen Produkte auf den Zukunftsmärkten in Indien,
Brasilien und Nigeria.
Wie der ORF
berichtet, investiert Intel in den nächsten fünf
Jahren eine Milliarde Dollar, um die so genannten Hoffnungsmärkte
zu erschließen und seine Dominanz auf den PC-Märkten
weiter auszubauen. Ziel ist es auch, der Idee des 100-Dollar-Notebooks
vom Konkurrenten AMD einen Schritt voraus zu sein. Insbesondere
in Indien will Intel in Kürze Computer unter dem Stichwort
„Entdecke den PC“ auf den Markt bringen, die 20%
preiswerter sein sollen als andere vergleichbare Intel-PCs.
Intel-Chef Otellini reiste eigens nach Bangalore, um die Pläne
des Unternehmens vorzustellen.
Bill Gates stellte einen Tag zuvor den neuen Microsoft Service
„Flex-Go“ in Brasilien vor, der von Intel unterstützt
wird. Dahinter steht ein System, das sich mit Prepaid Karten
für Mobiltelefone vergleichen lässt. Für 1,3
Milliarden Haushalte auf der ganzen Welt, die nicht über
einen PC oder einen Internetanschluss verfügen, sollen
Miet-PCs mit einem neuen Abrechnungssystem von Microsoft bereitgestellt
werden, die von den örtlichen Internet-Providern subventioniert
werden. Benutzer erhalten die Möglichkeit, Minutenkontingente
für die Benutzung des PCs und des Internets zu kaufen.
Damit erzielt Microsoft gleich zwei Ziele. Einerseits werden
auch die Entwicklungsländer zu Absatzmärkten und
andererseits macht Microsoft die Nutzer mit dem hauseigenen
Betriebsystem vertraut. Ein Wechsel zum kostenlosen Open Source
Software-Wettbewerber Linux wird somit unwahrscheinlicher.
Das Vertrauen von Microsoft in die zukünftigen Computerbenutzer
scheint zunächst noch nicht sehr groß zu sein.
Die zu mietenden PCs sind mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen
ausgestattet, um das Kopieren von Software und das Knacken
des Bezahlmechanismus zu verhindern. Durch ein eigenes BIOS
von Microsoft werden die Computer abgesichert und alle Internet-Zugriffe
protokolliert.
Die Reiseziele von Bill Gates und Paul Otellini sind neben
Indien und Brasilien in nächster Zeit auch Mexiko, Ägypten,
Ghana und Nigeria – die bevölkerungsreichsten Märkte
der Entwicklungsländer. In Indien verfügen nur zwei
Prozent der Bevölkerung über einen PC mit Internetanschluss.
Ein riesiger Markt, der sich dort eröffnet. Die enge
Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Intel hat aber auch
Grenzen. In Mexiko will die Firma ihre PCs mit dem Betriebssystem
Linux anbieten.
Das Projekt des 100-Dollar-Notebooks von AMD, das kürzlich
in "One
Laptop Per Child" umbenannt wurde, verzögert
sich weiterhin. Erst Anfang Mai wurden die ersten Prototypen
fertig und letzte Woche erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Kindercomputer sind klein, robust, bunt und ausgestattet
mit einem Farbbildschirm und einem 500 Megahertz-Prozessor.
Ein stromsparender Flashspeicher ersetzt die Festplatte und
eine drahtlose Netzwerkverbindung ermöglicht den Internetzugang.
Die Laptops werden mit einer eigens entwickelten Linux-Distribution
betrieben
Höhere Hardwarepreise ließen den Preis für
die Notebooks auf ca. 130,- Dollar ansteigen. Erste Auslieferungen
der Geräte in die Entwicklungsländer werden frühestens
Ende des Jahres erwartet. Auf der Website des eDemocracy Projektes
pledgebank.com
kann man sich bereits jetzt zu über 2000 Freiwilligen
gesellen, die versprochen haben für 300,- Dollar drei
Computer zu kaufen, um zwei davon an Kinder in den Zukunftsmärkten
zu spenden.
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