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Simone Gerdesmeier Datum: Monday, 07. May 2007
Von: Simone Gerdesmeier sgerdesmeier@politik-digital.de
An: sgerdesmeier@politik-digital.de
URL  www.gipfelthemen.de

eReadiness-Studie: Digitale Kluft wird schmaler

(Artikel) Die achte eReadiness-Studie von der Economist Intelligence Unit (EIU) und IBM sieht die asiatischen Länder auf dem Vormarsch. Der digitale Graben wird dabei immer schmaler, meinen die Herausgeber der Studie.

Seit 2000 testen die beiden Institutionen die 68 größten Volkswirtschaften auf ihre Fähigkeit und Bereitschaft, Informations-und Kommunikationstechnologien (IKT) zum Ausbau der Wirtschaft zu nutzen. 2007 wurde der umfassende Kriterienkatalog überarbeitet und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Um etwa gute Wertungen im Bereich der Internetverbindungen zu erzielen, müssen diese nun nicht nur vorhanden sein, sondern auch schnell, stabil, sicher und günstig.

Eine positive Entwicklung lässt sich bemerken: Die digitale Kluft wird zusehend schmaler. Der Unterschied zwischen den sehr gut und den eher schlecht bewerteten Ländern verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr; die Plätze eins bis 19 liegen dichter zusammen als jemals zuvor. Weltweit nimmt auch die Verbreitung von Breitbandanschlüssen zu. Wesentliche Unterschiede ergeben sich aber bei deren Kosten für die einzelnen Haushalte: Während in den USA und in Westeuropa ein Prozent oder weniger des Haushaltseinkommen für einen Breitbandanschluss gezahlt werden müssen, liegt der Preis in anderen Regionen der Welt zwischen drei und zehn Prozent des Einkommens.

Asien kann sich verbessern, Deutschland verliert an Boden

Den ersten Platz der Studie belegt wie im Vorjahr Dänemark, die USA und Schweden teilen sich den zweiten Rang. Insbesondere die so genannten Schwellenländer und die asiatischen Staaten holen auf: Hong Kong konnte sich von Platz zehn auf Platz vier verbessern und Singapur gelang der Sprung von Rang 13 auf Rang sechs. Ebenfalls stark steigern konnten sich Südkorea (Platz 16), Taiwan (Platz 17) und Japan (Platz 18). Die Studie macht dafür Regierungsinitiativen verantwortlich, die die digitale Entwicklung in den Staaten fördern.

Deutschland dagegen rutscht vom 12. Platz des Vorjahres auf den 19. Rang. Schuld daran seien die vergleichsweise schwachen Leistungen für Internet-Sicherheit und elektronischer Identifikation. EIU und IBM bemängeln zudem fehlende Konzepte und Visionen der deutschen Politik, die eReadiness im Land voranzutreiben. Eberhard Armbruster von IBM nimmt die Politik in die Pflicht: „Die Regierung muss die notwendigen strukturellen und politischen Voraussetzungen schaffen, um Wirtschaft und Gesellschaft wirklich Internet-fähig zu machen. Deutschland muss sich insgesamt keineswegs verstecken, dennoch könnten die notwendigen Impulse aus der Politik noch stärker sein.“ Auf einen guten vierten Platz kam die Bundesrepublik in der Kategorie „gesellschaftliches und kulturelles Umfeld“.

Auch die Schweiz (Platz 5), Kanada (Platz 13) und Irland (Platz 21) konnten sich nicht auf ihren vormals guten Rängen halten. Dies läge keinesfalls daran, dass die eReadiness in diesen Staaten zurückgegangen sei; vielmehr hätten sich die anderen Länder schneller entwickelt. Die „Verlierer“ dieses Jahres müssten sich nun bemühen, um nicht den Anschluss an die Aufsteiger zu verlieren, folgert die EIU.

Die Studie zum Download hier>>


Erschienen bei gipfelthemen.de am 07.05.2007
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