eReadiness-Studie: Digitale Kluft wird schmaler
(Artikel) Die achte eReadiness-Studie von der Economist
Intelligence Unit (EIU) und IBM sieht die asiatischen
Länder auf dem Vormarsch. Der digitale Graben wird dabei
immer schmaler, meinen die Herausgeber der Studie.
Seit 2000 testen die beiden Institutionen die 68 größten
Volkswirtschaften auf ihre Fähigkeit und Bereitschaft,
Informations-und Kommunikationstechnologien (IKT) zum Ausbau
der Wirtschaft zu nutzen. 2007 wurde der umfassende Kriterienkatalog
überarbeitet und an aktuelle Entwicklungen angepasst.
Um etwa gute Wertungen im Bereich der Internetverbindungen
zu erzielen, müssen diese nun nicht nur vorhanden sein,
sondern auch schnell, stabil, sicher und günstig.
Eine positive Entwicklung lässt sich bemerken: Die digitale
Kluft wird zusehend schmaler. Der Unterschied zwischen den
sehr gut und den eher schlecht bewerteten Ländern verringerte
sich im Vergleich zum Vorjahr; die Plätze eins bis 19
liegen dichter zusammen als jemals zuvor. Weltweit nimmt auch
die Verbreitung von Breitbandanschlüssen zu. Wesentliche
Unterschiede ergeben sich aber bei deren Kosten für die
einzelnen Haushalte: Während in den USA und in Westeuropa
ein Prozent oder weniger des Haushaltseinkommen für einen
Breitbandanschluss gezahlt werden müssen, liegt der Preis
in anderen Regionen der Welt zwischen drei und zehn Prozent
des Einkommens.
Asien kann sich verbessern, Deutschland verliert
an Boden
Den ersten Platz der Studie belegt wie im Vorjahr Dänemark,
die USA und Schweden teilen sich den zweiten Rang. Insbesondere
die so genannten Schwellenländer und die asiatischen
Staaten holen auf: Hong Kong konnte sich von Platz zehn auf
Platz vier verbessern und Singapur gelang der Sprung von Rang
13 auf Rang sechs. Ebenfalls stark steigern konnten sich Südkorea
(Platz 16), Taiwan (Platz 17) und Japan (Platz 18). Die Studie
macht dafür Regierungsinitiativen verantwortlich, die
die digitale Entwicklung in den Staaten fördern.
Deutschland dagegen rutscht vom 12. Platz des Vorjahres auf
den 19. Rang. Schuld daran seien die vergleichsweise schwachen
Leistungen für Internet-Sicherheit und elektronischer
Identifikation. EIU und IBM bemängeln zudem fehlende
Konzepte und Visionen der deutschen Politik, die eReadiness
im Land voranzutreiben. Eberhard Armbruster von IBM nimmt
die Politik in die Pflicht: „Die Regierung muss die
notwendigen strukturellen und politischen Voraussetzungen
schaffen, um Wirtschaft und Gesellschaft wirklich Internet-fähig
zu machen. Deutschland muss sich insgesamt keineswegs verstecken,
dennoch könnten die notwendigen Impulse aus der Politik
noch stärker sein.“ Auf einen guten vierten Platz
kam die Bundesrepublik in der Kategorie „gesellschaftliches
und kulturelles Umfeld“.
Auch die Schweiz (Platz 5), Kanada (Platz 13) und Irland
(Platz 21) konnten sich nicht auf ihren vormals guten Rängen
halten. Dies läge keinesfalls daran, dass die eReadiness
in diesen Staaten zurückgegangen sei; vielmehr hätten
sich die anderen Länder schneller entwickelt. Die „Verlierer“
dieses Jahres müssten sich nun bemühen, um nicht
den Anschluss an die Aufsteiger zu verlieren, folgert die
EIU.
Die Studie zum Download hier>>
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