Gipfelthemen politik-digital.de
DGVN
  HOMEPAGE
 DIGITALE SPALTUNG
Leitungen & Festplatten
Medien & Kompetenz
Inhalte & Vorbilder
 WELTWEITE TRENDS
Wissen & Besitz
Multi & Kulti
Beteiligung & Spielregeln
 VIRTUELLE SICHERHEIT
Piraten & Terroristen
Daten & Schutz
 GLOBALE GEMEINSCHAFT
UNO & Info-Gesellschaft
Gipfel & Reformen
 COMMUNITY
Forum
Kalender
Linkliste
 PARTNER
Unterstützer
Medienpartner Interaktivpartner
 ÜBER UNS
Über dieses Projekt
DGVN
politik-digital
 KONTAKT/IMPRESSUM
Suche:
Gipfelthemen-Info:
Weitere Informationen erhalten Sie im kostenlosen Newsletter von politik-digital.de:
 
Gipfel & Reformen
SERVICE-FUNKTIONEN
Artikel verschicken
Druckversion erstellen
Ihr Kommentar
Wolfgang Kleinwaechter Datume: Thursday, 07. September 2006
Von: Wolfgang Kleinwächter <wolfgang.kleinwaechter AT medienkomm.uni-halle.de>
An: wolfgang@imv.aau.dk
URL: http://imv.au.dk/~wolfgang/

Globalisierung und Cyberspace - Teil sechs von sechs

Follow-up

In Bezug auf das Follow-up war man sich darin einig, einerseits einen Mechanismus zu schaffen, der eine regelmäßige Kontrolle der Beschlüsse bis zum Jahr 2015 gewährleistet, andererseits aber nicht zu neuer Bürokratie führt. Die Vielzahl der Einzelfragen sollten dort entschieden werden, wo die jeweilige Kompetenz liegt. Bei Fragen rund um die kulturelle Vielfalt solle die UNESCO zuständig sein, beim Thema geistiges Eigentum die WIPO oder beim Thema E-Commerce die Welthandelsorganisation. Der WSIS-Prozess sollte aber dazu führen, dass die entsprechenden UNOrganisationen öfter miteinander kommunizieren, ihre Aktivitäten besser koordinieren und, wenn nötig, auch direkt kooperieren.

Schließlich einigte man sich darauf:

1. im Rahmen des bereits bestehenden Koordinierungsausschusses der Vereinten Nationen einen ›Ausschuss für die Informationsgesellschaft‹ zu gründen, dem alle UN Sonderorganisationen angehören und der von den maßgeblichen Organisationen – UNDP, ITU und UNESCO – geleitet wird;

2. der unter dem Wirtschafts- und Sozialrat operierenden UN-Kommission für Wissenschaft und Technologie im Dienste der Entwicklung (Commission on Science and Technology for Development – UNCSTD) ein erweitertes Mandat zu geben. Die Kommission soll künftig in erster Linie für den jährlichen Bericht an die UN-Generalversammlung über die Umsetzung der WSIS-Beschlüsse von Genf und Tunis zuständig sein.

Der Vorschlag, die im Jahr 2001 gegründete Arbeitsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien (UN Information and Communication Technology Task Force – UNICTTF), deren Mandat im Dezember 2005 ausläuft, umzustrukturieren und in eine ›Global Alliance for ICT and Development‹ umzuwandeln, war nicht direkt Gegenstand der WSIS Verhandlungen. In der neuen ›Globalen Allianz‹ sollen Regierungen, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft gleichberechtigt vertreten sein. Aufgabe der ›Globalen Allianz‹ wird insbesondere sein, Wege zu suchen, wie Informations- und Kommunikationstechnologien einen Beitrag zur Entwicklung leisten können und dabei darauf zu achten, dass die MDGs mit den Zielen des WSIS-Prozesses enger verwoben werden.

Der Vorschlag, im Jahr 2010 einen dritten Weltgipfel über die Informationsgesellschaft abzuhalten, fand keine Mehrheit. Doch im Jahr 2015 soll es eine WSIS-Nachfolgekonferenz geben, die darüber zu befinden hat, ob eine Fortführung des WSIS-Prozesses im Rahmen der Vereinten Nationen notwendig und sinnvoll ist.

Ausblick

Das WSIS-Projekt ist ein in die Zukunft reichender Prozess. Viele Folgen des Informationszeitalters sind heute noch nicht absehbar. Aktuelle Auseinandersetzungen darüber, wie im Cyberspace geistige Eigentumsrechte und grundlegende Menschenrechte – Meinungsfreiheit und informationelle Selbstbestimmung – gesichert werden können, lenken aber bereits die Aufmerksamkeit auf neue globale Probleme, auf die das gegenwärtige System der zwischenstaatlichen Beziehungen nicht ausreichend vorbereitet ist. Je stärker das Internet alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durchdringt, desto sichtbarer wird, dass man den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht allein mit den Mitteln und Methoden begegnen kann, die im 19. und 20. Jahrhundert für die Probleme des Industriezeitalters entwickelt wurden. Insofern wird insbesondere die weitere Diskussion über die Zukunft der Internetverwaltung von entscheidender Bedeutung sein. Denn die in diesem Prozess gefundenen Lösungen – einschließlich des bereits akzeptierten Grundsatzes des Multistakeholderismus – werden einen Modellcharakter bekommen, die möglicherweise auf die Bewältigung anderer globaler Probleme zurückwirken.

Zurück zu Teil 5>>

Erschienen bei gipfelthemen.de am 21.09.2006

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in: Vereinte Nationen. Zeitschrift für die Vereinten Nationen und ihre Sonderorganisationen. 1-2/2006. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.

  • Zurück zur Rubrik "Gipfel & Reformen"
  • Zum Forum "Gipfel & Reformen"
NACH OBEN © Copyright 1998-2010 pol-di.net e.V. Alle Rechte vorbehalten.
Weiternutzung der Inhalte nur unter folgenden Bedingungen.
politik-digital Datenschutzrichtlinie.